Wie man einen Hund richtig erzieht: bleiben Sie fröhlich, gerecht, konsequent und ganz klar!

Hundeerziehung hat sich sehr verändert in den letzten zehn Jahren. Wir haben heutzutage andere Möglichkeiten, als mit Druck, Strafe oder gar Schlägen zu erziehen. Wir wissen, dass eine erfolgreiche Hundeerziehung vor allem über Motivation und Spaß funktioniert.

Dabei gibt es individuelle Unterschiede unter den Hunden: Manche arbeiten sehr gerne mit dem Menschen zusammen und finden alles großartig, was ihnen angeboten wird. Vor allem die Rassen, die für die enge Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet wurden oder solche Rassen in ihren Genen haben – wie Hütehunde, Vorstehhunde oder viele der Begleithunderassen. Andere dagegen brauchen schon etwas mehr Überzeugung, um zu tun, was der Mensch von ihnen verlangt, und man muss sich großartige Belohnungs-Strategien ausdenken, um sie bei Laune zu halten.

Tatsache ist jedenfalls: Erziehung ist vor allem, durch Wiederholungen Gewohnheiten aufbauen, bis das immer wieder wiederholte Verhalten zur zweiten Natur geworden ist. Einem Verhalten, das man nicht möchte, müssen Grenzen gesetzt werden – durch ein klares „Nein!“ oder „Lass’ das!“, ein bestimmtes Geräusch oder den Abbruch eines Spiels. Laut werden nützt nichts, sondern baut nur Druck auf (Hunde hören sehr viel besser als Menschen, man muss sie also gar nicht anschreien). Mit Strafen kommt man nicht weiter, denn „Bestrafung“ funktioniert nur, wenn der Bestrafte nachvollziehen kann, warum er bestraft wird, also wenigstens ansatzweise unser Wertesystem begreift, um sich dann „zu bessern“. Das ist bei Hunden nicht der Fall. Sie machen nichts von dem, was sie tun vorsätzlich, absichtlich oder gar, um uns „eins auszuwischen“. Ein Hund kaut kein Loch ins Sofa, um uns zu ärgern, sondern weil keiner da war, um es ihm zu verbieten, weil er keinen Kauknochen hatte und seine Zähne aber juckten, oder weil ihm langweilig war. Und wenn er nicht hört, wenn wir ihn rufen, haben wir ihm bisher eben keinen zuverlässigen Rückruf beigebracht: Das ist also unsere nächste Aufgabe – „Komm’!“ ohne Ablenkung üben, bis es wie im Schlaf klappt und erst dann wieder in den Hundepark zu gehen.

Informationen zu grundlegenden Befehlen finden Sie in unserer Welpen-Welt:

Hundeerziehung

Informationen zu grundlegenden Befehlen wie "Komm" und "Lass das" finden Sie in unserer Welpen-Welt:

Welpen-Welt

Wenn Ihr Hund mal nicht aus Lust und Laune toben darf weil Leinenzwang herrscht, nutzen Sie die Chance auf kleine Übungseinheiten und viel Spaß an der Leine. Mit diesen 3 Übungen gelingt das garantiert.

Übung 1: Lockere Leine

Üben Sie das „Laufen an der lockeren Leine“. Hier können Sie zum Beispiel jedes Mal stehen bleiben, wenn der Hund an der Leine zieht und erst dann weitergehen, wenn die Leine locker ist. Anfangs kommt man nicht sehr weit, aber mit der richtigen Konsequenz lernen Hunde in der Regel sehr schnell, dass sie nur mit lockerer Leine weiterdürfen. Auch der sofortige Richtungswechsel bei Zug auf die Leine kann sehr wirksam sein.

Übung 2: Such!

Mit Suchspielen wir der Hund vom Kopf her sehr gefordert. Verstecken Sie das Lieblingsspielzeug oder Futter im Futterbeutel. Die Belohnung gibt es dann aus der Hand und nicht vom Boden. Die gemeinsame Suche stärkt auch die Bindung, denn Herrchen ist plötzlich Partner mit dem man spannende Dinge erleben kann. Fangen sie sehr einfach an und steigern Sie langsam die Schwierigkeit. Der Hund muss immer ein Erfolgserlebnis haben, damit der Spaß bleibt.

Übung 3: Hindernislauf

Sehr beliebt sind auch natürliche Hindernisse die man am besten mit dem Hund zusammen bewältigt. Lassen Sie ihn über Baustämme springen oder auch darauf balancieren oder sitzen. Kleine Bäche und Gräben werden gerne überwunden, Slalom zwischen engstehenden Bäumen ist gerade an der Leine sehr anspruchsvoll und große Steine laden zum Klettern ein. Halten Sie die Augen offen und sie werden immer mehr spannende Dinge in der Natur entdecken.

Damit der Spaß nicht zu kurz kommt

Wichtig ist, die Übungen immer nur kurz zu halten und mit einem großen Lob zu beenden. Bauen sie zwischendurch kurze Laufstrecken ein und bleiben Sie immer wieder auch länger stehen, damit der Hund in Ruhe schnuffeln kann.

Sie werden sehen, der Leinen"zwang" wird bald großen Spaß machen. Und das Beste ist: Beim nächsten Freilauf wird der Hund mehr auf Sie achten und schneller zurückkommen, denn er hat gelernt, dass auch der Heimweg an der Leine sehr spannend sein kann.

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