Erziehungstipps

Wenn Ihr neuer Bewohner ins Haus kommt, denken Sie bitte daran, dass er nun in ganz kurzer Zeit sehr viel Neues verdauen muss. Er hat sein gewohntes Umfeld, seine Geschwister und seine alte Familie nicht mehr um sich, und muss sich erst an seine neue Menschen und die neue Umgebung gewöhnen. Lassen Sie ihm Zeit!

Bei aller Liebe und auch wenn Sie beim Anblick des kleinen Vierbeiners Herzchen in den Augen haben und dahin schmelzen, wird es Zeiten geben, in denen Sie ihn am liebsten ohne Rückfahrticket auf den Mond schießen würden. Zum Beispiel, wenn er gerade das dritte Paar Ihrer Lieblingsschuhe zerbissen hat.
Spätestens dann wird klar, dass man mit der Grunderziehung des Welpen beginnen sollte. Die folgenden Tipps beschränken sich auf wenige aber grundlegende Punkte, weil sie erst einmal das Wichtigste sind, was das Hundekind lernen muss.

Stubenreinheit

Die Stubenreinheit gehört zu den wichtigsten Dingen, die ein Welpe lernen muss, um Ihren Teppich und die Nerven aller Beteiligten zu schonen. In den ersten Wochen müssen Sie allerdings Geduld aufbringen. Tragen Sie den Kleinen regelmäßig im Abstand von mehreren Stunden nach draußen, auch nachts, denn eine ganze Nacht hält so ein Zwerg noch nicht durch.

Meist machen Welpen direkt nach dem Schlafen, nach dem Fressen und beim / nach dem Spielen. Setzt er draußen Kot oder Urin ab, müssen Sie ihn freudig und erkennbar dafür loben. Ertappen Sie ihn drinnen in flagranti, sagen Sie laut „Nein“, und tragen ihn in den Garten. Macht er dann sein Geschäft draußen, loben Sie ihn wieder kräftig. Ist das Kind schon in den Brunnen, bzw. der Haufen auf den Teppich gefallen, haben Sie Pech gehabt – wer zu spät kommt, muss zur Strafe putzen. Ihn jetzt noch dafür zu rügen, würde keinen Sinn machen, der Welpe versteht den Zusammenhang nicht mehr.

© Happy Dog

Komm! oder: Wie heiße ich eigentlich?

Damit Ihr Welpe erst einmal lernt wie er heißt, sprechen Sie ihn mit seinem Namen an und geben Sie ihm parallel Futter. Meist lernen die Kleinen sehr schnell, dass sie damit gemeint sind und dass beim Klang des Namens etwas Tolles zu erwarten ist. Nun können Sie sich mit Futter in der Hand ein paar Meter von Ihrem Hund fortbewegen und dabei seinen Namen rufen. Wenn er kommt gibt es die Belohnung.

Der nächste Schritt wäre dann, ihn mit Namen anzusprechen, wenn er gerade nicht auf Sie achtet. Damit wären wir bereits beim nächsten wichtigen Punkt: Ihr Welpe muss lernen, dass er auf Sie achten muss – und nicht umgekehrt! Nutzen Sie Unachtsamkeiten seinerseits aus, um sich zu verstecken und seinen Namen zu rufen. Entfernen Sie sich aber nicht zu weit. Wenn er auf Ihr Rufen hin kommt, loben Sie ihn überschwänglich. Sie können auch laut jauchzend von ihm weglaufen, auch das wird seine Aufmerksamkeit erregen und er wird Ihnen nachlaufen. Auch hier wird er natürlich mit Futter oder einem Spiel belohnt, wenn er bei Ihnen ist.

© Happy Dog

Nein!, Aus!, Pfui!

Manches, was beim Welpen noch ganz nett sein mag, ist es beim erwachsenen Hund nicht mehr. Und darum sollte schon der Welpe lernen, dass nicht immer alles nach seinem Kopf geht. Auch im Umgang mit seinen Geschwistern, der Mutter oder anderen Alttieren muss er das lernen und akzeptieren. Lassen Sie ihm also nicht alles durchgehen – Sie bestimmen, was erlaubt ist und was nicht!
Aber dafür muss er erst einmal gelernt haben, was „Nein“ überhaupt bedeutet.

Nehmen Sie ein Leckerchen in die Hand und halten Sie es dem Welpen hin. Will der Kleine sich bedienen, schließen Sie die Hand und sagen „Nein“. Nach kurzer Zeit öffnen Sie die Hand erneut und wiederholen Sie das Spiel. Meist lernen Wepen recht schnell, was „Nein“ bedeutet. Jetzt öffnen Sie die Hand und bieten das Futter mit einem „Nimm's“ dem Hund an. Es wird nicht lange dauern, bis er den Futterbrocken erst auf Ihr „Nimm's“ hin nimmt.

Wenn dies funktioniert steigern Sie die Anforderung und legen das Leckerchen vor sich auf den Boden. Aber passen Sie auf, dass Sie im Zweifelsfall schneller sind als Ihr Hund! Wiederholen Sie diese Übung immer wieder; erst im ablenkungsarmen häuslichen Umfeld, später auch draußen. Wenn Sie dies regelmäßig und konsequent üben, ohne dass Ihr Kleiner zwischendurch Erfolgserlebnisse zu verbuchen hat, wird das „Nein“ nach einiger Zeit auch in Alltagssituationen gut funktionieren.
Ein „Nein“ ist lebensnotwendig und hilft bei der Gefahrenvermeidung!

© Happy Dog

Wie finde ich die richtige Welpenspielgruppe?

Um die „Hundesprache“ zu erlernen, sollte Ihr Welpe auch mit anderen Hunden zusammen kommen. Vom Besuch einer Hundewiese mit vielen ausgewachsenen Tieren ist zunächst abzuraten, weil er mit mehreren erwachsenen Hunden gleichzeitig schnell überfordert wäre.

Deshalb sollte man sich eine geeignete Hundeschule oder einen Hundeverein suchen, der eine kompetent geführte Welpenspielgruppe“ anbietet, die es ihm ermöglicht, seine sozialen Fähigkeiten zu entwickeln.

Ein paar wichtige Punkte sind bei der Auswahl einer solchen Gruppe zu beachten:

Zusammensetzung der Gruppe

Es nehmen geimpfte (grundimmunisierte) Welpen jeglicher Rasse bzw. Mischlinge im Alter von 8 bis ca. 16 Wochen teil
Gruppengröße

Sollte nicht zu groß sein bzw. sind ausreichend gut geschulte Trainer da (bei z.B. 8 Welpen sollten schon 2 Trainer anwesend sein)
Trainer
Die Trainer greifen kompetent ein, wenn es einem der Hunde zu viel wird
Trainingsinhalt
Neben dem Spielen kommen Theorie und Übungen nicht zu kurz
Fragen
Die Trainer beantworten bereitwillig sämtliche Fragen der frisch gebackenen Hundebesitzer

© Happy Dog

Korrektur

Wenn Ihr Kleiner die Grenzen des guten Benehmens überschreitet, müssen Sie ihm das auch zeigen. In manchen Fällen mag ein Ignorieren ausreichend sein, zum Beispiel, wenn er bei Sozialkontakt mit Ihnen zu aufdringlich und wild wird. In diesem Fall sagen Sie klar und deutlich „Schluss“, stehen auf und gehen. Nun hat er das, was ihm eben noch wichtig war verloren und steht alleine da.

Sollte dies allerdings nicht ausreichen, ihn zu unterbrechen, oder wenn er zum Beispiel gerade Ihr bereits erwähntes Paar Lieblingsschuhe zerlegt, wird ein Ignorieren recht wenig bringen: Ihrem Kleinen ist es in dieser Situation herzlich egal, ob Sie weggehen oder nicht.In diesem Fall kommen Sie um deutliche Abbruchsignale nicht herum. Das ist aber auch nicht schlimm, solange sie unmissverständlich und der Situation angemessen sind und sofort erfolgen. Begrenzen Sie ihn, indem Sie direkt auf ihn zugehen oder sich über ihn beugen und ihn dabei fixieren. Wenn das nicht ausreicht, können Sie ihn auch anrempeln oder ihn umwerfen. Das hört sich härter an und sieht schlimmer aus als es ist. Wer einmal Althunde im Umgang mit Welpen beobachtet hat weiß, dass es da nicht zimperlich zugeht. Dafür sitzt die Lektion dann auch und man muss das Ganze nicht immer wieder wiederholen. Was das sofortige und unmissverständliche Handeln angeht, können wir Menschen von den Hunden noch viel lernen! Welpen, die ernst gemeinte Abbruchsignale von Althunden ignorieren, wird man nie erleben, wohingegen Welpen, die die menschlichen Abbruchsignale nicht ernst nehmen, leider keine Seltenheit sind. Noch haben Sie es einfach, und vieles, was jetzt ja noch so süß ist, ist beim erwachsenen Hund alles andere als süß!

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Hunde nicht nachtragend sind. Auch da sollten wir uns eine Scheibe von abschneiden und von den Hunden lernen. Ignorieren über einen längeren Zeitraum ist nicht sinnvoll, sondern – ganz im Gegenteil – schädlich für die Mensch-Hund-Beziehung. Die Annahme des „Versöhnungsangebots“ des Gemaßregelten ist äußerst wichtig und wird das Vertrauen Ihres Hundes in Sie stärken.

© Happy Dog

 

Service-Abteilung »

Lassen Sie sich
von unseren Tierärzten
kompetent beraten

Händlersuche »

Finden Sie
einen Händler
in Ihrer Nähe

Züchterbetreuung »

Vorteile & spezielle
Angebote für
Hundezüchter